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Wovon wir leben...

Schäferei Klein Wanderschäferei 1993 - 2019

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April 2013April 2013

"Kann man denn davon heute eigentlich noch leben?"

Diese und ähnliche Fragen, die uns oft gestellt werden, müssen ehrlicherweise mit einem klaren Nein beantwortet werden.

Ohne Zuschüsse aus öffentlichen Flächennutzungs- u. pflegeprogrammen können Wanderschäfer heute finanziell kaum noch überleben.

Der globalisierte Markt drückt die Preise für das Produkt Lammfleisch auf lokaler Ebene stark. Es kommt erschwerend hinzu, dass die Erzeuger von Lammfleisch in Deutschland durch eine Fülle von Vorschriften und Gesetzen deutliche Wettbewerbsnachteile hinnehmen müssen, während diese Vorschriften und Gesetze in vielen außereuropäischen Erzeugerländern keine Rolle spielen. Dies betrifft insbesondere veterinärmedizinische, tierseuchenrechtliche, sowie arzeneimittelrechtliche Vorschriften u. Gesetze. Hinzu kommen finanzielle Nachteile durch die europäische Viehverkehrsordnung und hohe Pflichtbeiträge für die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft.

Unsere Haupteinnahmequelle ist der Erlös aus dem Verkauf der Schlachtlämmer. Wenn die Schlachtlämmer das vom Markt verlangte Schlachtgewicht erreicht haben, verkaufen wir die Lämmer an den meistbietenden Großhändler. Meistbietend ist dabei allerdings nur eine relative Größe, denn zum Einen gibt es auch im Bereich des Lammfleischabsatzes in Deutschland eine Art "Börse" mit laufend aktualisierten Preis-Notierungen, zum Anderen liegt es in der Natur der Sache, dass Händler niemals gerne den höchsten Preis bezahlen...

Während alle laufenden Kosten, die innerhalb der "Produktionsphase" anfallen, nahezu konstant hoch bleiben, gibt es zusätzlich eine Fülle von unkalkulierbaren Risikofaktoren, die die Kosten sehr schnell in die Höhe treiben können, ohne dass am Ende der erzielbare Marktpreis für das "Produkt Lammfleisch" deshalb höher ausfällt. Durch unvorhersehbare Tierarztkosten, sowie durch hohe Futterkosten insbesondere bei extremen Witterungsverhältnissen im Winter (wenn die Herde zugefüttert werden muss) kann der Jahresgewinn eines Wanderschäfers schnell gegen Null und auch noch tiefer sinken. Dies ist einer von mehreren Gründen, warum Wanderschäfer heute kaum noch von dem leben können, was der Betrieb an vermarktbaren "Produkten" hergibt.

Die Wolle - in früheren Zeiten neben dem Lammfleisch sicher eine weitere Einnahmequelle - ist heute nur noch ein Nullsummenspiel. Sie muss im Mai/Juni jeden Jahres abgeschoren werden, was in unserem Betrieb meistens eine professionelle Scherkolonne übernimmt. Wenn die Scherkolonne bezahlt und die Wolle schließlich am Markt abgesetzt ist, bleibt je nach Jahr entweder nichts oder nur noch ein "Taschengeld" übrig.

Lesen Sie zum Thema einfach auch den Abschnitt Wanderschäfer im System der europäischen Agrarpolitik

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