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Wie "funktioniert" eine Wanderschäferei?

Schäferei Klein Wanderschäferei 1993 - 2019

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Auch im Winter muss es weitergehen... Ende Dezember 2014Auch im Winter muss es weitergehen... Ende Dezember 2014

 

 Wie "funktioniert" eine Wanderschäferei?

Diese Frage stellen sich viele Menschen, die wenig Berührungspunkte mit einer Schäferei haben, häufig.

Zunächst die Enttäuschung für alle Romantiker: Das Leben von Wanderschäfern ist weder romantisch, noch idyllisch. Wir Wanderschäfer haben nur insofern ein "freieres" Leben, als dass wir uns viel in der freien Natur aufhalten. Auch wenn wir keine "Chefs" oder Arbeitgeber "über uns" haben, die uns vorgeben, was wir zu tun und zu lassen haben,  sind wir deshalb nicht weniger eingebunden. Die Abläufe unserer langen Arbeitstage sind jahreszeit- u. witterungsabhängig und werden durch weitere Sachzwänge vorgegeben, die ein Schäfereibetrieb mit sich bringt. An erster Stelle steht dabei die tägliche Versorgung unserer Tiere mit qualitativ hochwertigem und ausgewogenem Grünfutter.

Im Herbst, Winter und beginnenden Frühjahr stehen Wanderschäfern ausreichende Weideflächen zur Verfügung. Viele Landwirte überlassen den Wanderschäfern in diesen Jahreszeiten gerne den nach der sommerlichen Vegetationsperiode entstandenen Restaufwuchs ihrer Grünflächen. Hat eine größere Schafherde doch "nebenbei" noch den positiven Effekt, eine Menge wertvollen "Grünflächendünger" auf den Weideflächen zu hinterlassen. Dashalb ist dies auch für die Landwirte, denen die Flächen gehören, eine Gewinnsituation. In früheren Zeiten, als es noch keine geländegängigen Fahrzeuge gab und die Schäfer noch bei der Herde im Schäferkarren übernachteten, fuhren die Bauern den Schäfern mit ihren Gespannen und später mit Traktoren den Schäferkarren und die Holzhürden, aus denen der Nachtpferch für die Schafe gebaut wurde, von Wiese zu Wiese. In den genannten drei Jahreszeiten wandern wir also mit unserer Schafherde von einer Weide zur nächsten, wobei wir zwangsläufig neben Wirtschafts- u. Waldwegen auch Autostraßen nutzen oder überqueren müssen. Heute geht der Schäfer seiner Herde nicht immer ausschließlich zu Fuß voran, sondern nutzt bei längeren Strecken auch schon mal  - wie oben auf dem Bild zu sehen - sein unverzichtbares Fahrzeug, dem die Schafe, wenn sie gerufen werden, ebenfalls folgen, weil sie wissen, wer im Fahrzeug sitzt. Das hat den Vorteil, dass der Schäfer später die Herde nicht allein lassen muss, um sein Fahrzeug nachzuholen, außerdem können auch zwischendurch mal kranke Tiere in den Transportanhänger verladen werden.  Natürlich gibt es auch Landwirte, die aus unterschiedlichsten Gründen ausdrücklich nicht wünschen, dass wir mit unserer Schafherde auf ihren Flächen weiden. Selbstverständlich akzeptieren wir dies. Entweder teilen die Flächeninhaber uns dies im persönlichen Gespräch mit oder sie nutzen eine jahrhundertealte traditionelle Form der Bekanntgabe ihrer Ablehnung einer Flächennutzung: Das Aufstellen eines Strohreiters. Das ist ein auf der entsprechenden Wiese eingeschlagener Holzpfahl, an dem oben ein Bündel Stroh fest angebunden wird. Jeder Wanderschäfer weiß dann sofort: Diese Fläche darf ich nicht nutzen. Stellt sich jedoch im Gespräch mit dem Flächeninhaber heraus, dass etwa ein Jagdpächter den Strohreiter ohne Wissen des Flächeninhabers  oder des regulären Flächenpächters aufgestellt hat, so steht die Fläche für den Wanderschäfer zur Nutzung frei. Während die Schafe auf der Fläche stehen und fressen, bleibt dem Schäfer Zeit, die Herde und das Umfeld aufmerksam und intesniv zu beobachten. Was für Außenstehende oft wie ein "Herumstehen" aussieht, ist in Wirklichkeit ein hochkonzentriertes Prüfen jeden einzelnen Herdentieres auf Auffälligkeiten, die auf Krankheiten hindeuten könnten. Außerhalb der "Fresszeiten, während die Schafe "wiederkäuen" und verdauen, muss der Schäfer dann die Tiere, die ihm während des Hütens aufgefallen sind, einfangen, untersuchen und ggflls. behandeln. Außerdem sind die "Fress-Pausenzeiten" auch die Zeiten für die professionelle Klauenpflege- u. behandlung. Ohne umfassendes und fundiertes  Fachwissen über Schafe und deren Krankheiten ist die Berufsausübung des Schäfers nicht möglich.

Am Abend werden die Schafe in einen Pferch aus stromführenden Weidenetzen eingezäunt, in dem sie dann über Nacht bleiben. Zusätzlich verbleibt zum Schutz der Herde ein spezieller Herdenschutzhund mit in dem Nachtpferch der Schafe.

Im Sommer stehen den Wanderschäfern naturgemäß keine Weideflächen von Landwirten und oder sonstigen Flächeninhabern zur Verfügung. In dieser Zeit sind alle Wanderschäfer/Berufsschäfer von einer festen Sommerweide abhängig, die ihnen entweder gehört oder die sie gepachtet haben.

Unsere Lämmer kommen ganzjährig zur Welt. Werden sie im Winter bei widrigen Witterungsverhältnissen geboren, werden sie mit ihren Müttern zunächst in den geschützten Stall verbracht. 

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